Projekt: Schillers Werke

Bei den Projekttagen 2005 haben wir versucht, alle Werke von Schiller zusammenzutragen.

unser Namensgeber: Friedrich Schiller

Friedrich Schiller wurde am 10. November 1759 in Marbach als Sohn eines württembergischen Majors geboren. Seine Kindheit verbrachte er vor allem in Ludwigsburg, wo er auch gegen seinen Willen und seine Neigungen (er wollte lieber Pfarrer werden) 1773 auf Befehl des tyrannischen Herzogs Karl Eugen in dessen neugegründete "Karlsschule", das heutige Friedrich-Schiller-Gymnasium, eintreten musste.

Diese Schule war sehr militärisch organisiert, die Schüler wurden kasernenmäßig gedrillt und durften kaum Kontakte zur Außenwelt aufnehmen. Der Drill dieser Anstalt belastete ihn stark, doch er fand Trost im Umgang mit der Literatur und in seinem Freundeskreis. Die Ideen der Sturmund Drang-Dichtung beeindruckten ihn stark, und er gab seinem Hass gegen den tyrannischen Herzog in seinem ersten Drama Die Räuber (1781) Ausdruck. Der Herzog hatte Schiller eigentlich zur Juristenausbildung bestimmt, aber nachdem die Karlsschule nach Stuttgart umgezogen war, durfte er wenigstens Medizin studieren. Das Drama Die Räuber wurde 1782 in Mannheim aufgeführt. Schiller war inzwischen schlecht bezahlter Regimentsmedikus in Stuttgart. Daraufhin verbot ihm der Herzog, weitere Dramen zu schreiben. Schiller floh unter falschem Namen nach Mannheim und hoffte, dass auch sein neues Drama Fiesko dort aufgeführt würde. Dieses Drama wurde allerdings nicht angenommen, und Schiller musste jahrelang um seine nackte Existenz kämpfen. Er schädigte wohl schon damals seine Gesundheit. Er wurde schließlich von der Mutter eines Schulfreundes aufgenommen und schrieb auf ihrem Gut das Schauspiel Kabale und Liebe (1784). Nach einer kurzen Tätigkeit als Theaterdichter in Mannheim lebte er 1785-87 bei Christian Gottfried Körner in Leipzig. Hier entstanden An die Freude und Don Carlos. Er betrieb auch Geschichtsstudien und wurde 1788 Geschichtsprofessor in Jena.

1790 heiratete er Charlotte von Lengefeld, durch die er nun auch die Bekanntschaft Goethes machte. Da er gesundheitlich immer weniger in der Lage war, als Geschichtsprofessor tätig zu bleiben, geriet er wieder in Geldnot, aus der ihn die Aussetzung einer Pension für 3 Jahre befreite.

1793 kehrte er nach Württemberg zurück. Schiller wendete sich der Philosophie Kants zu und schrieb einige Bücher philosophischen Inhalts. Erst 1794 kam ein näherer Kontakt mit Goethe zustande, der zu einer dauernden Freundschaft wurde. Dies war seine schaffensreichste Zeit. Die beiden wetteiferten in der Erfindung von Balladen, u.a. Die Kraniche des Ibykus, Der Graf von Habsburg, Der Kampf mit dem Drachen und das Lied von der Glocke. Mit der Trilogie Wallenstein erreichte er 1799 nach einer großen Schaffenspause seine dichterische Meisterleistung. Im Jahre 1800 erschien Maria Stuart, 1801 Die Jungfrau von Orleans. Mit diesen Dramen, die das tragische Schicksal berühmter geschichtlicher Persönlichkeiten schilderten, hatte Schiller keinen besonders großen Erfolg beim Theaterpublikum. Mitreißende Wirkung erzielte er dagegen mit dem Schauspiel Wilhelm Tell (1804).

Ehe Schiller den großangelegten Demetrius vollenden konnte, starb er am 9. Mai 1805 an einem Fieberanfall in Weimar.

Schillers Größe, erfüllt von Freiheitsliebe, sein Glaube an den Menschen, seine Persönlichkeit und sein Werk hatten eine erzieherische Macht, wie sie kaum einem anderen Dichter je beschieden war.